RE: ALTARRÜCKWAND

Ein Rückblick auf Zeiten vor dem Blog:

>>Altarrückwand für Erlöserkirchgemeinde<<

Altarrückwand im Neubau des Kirchengemeindezentrums
der Ev.-Luth. Erlöserkirchgemeinde, Leipzig-Thonberg, 2005 / 06
AUTOREN: NINA HOHBERGER, KATHRIN ENDRES, LISA REICHMANN // HOCHSCHULINTERNER WETTBEWERB; DRITTMITTELPROJEKT BURG GIEBICHENSTEIN KHS HALLE SAALE // ARCHITEKTEN: AG ZIMMERMANN, DRESDEN

Außen- und Innenansichten des Neubaus der Erlöserkirchgemeinde mit Altarbild als Flechtwerk in Papier // Fotos: Thomas Richter

Im Rahmen eines zweisemestrigen Studienprojektes der Fachklasse Malerei/Textile Künste entstand ein Flechtwerk aus Papier als textiles Altarbild für den Kirchenneubau in Leipzig-Thonberg. Der Gruppenarbeit der damaligen Studentinnen lag der Anspruch zu Grunde ein Bild zu schaffen, welches sowohl eine zeitgemäße Gestaltung mit Bezug zum Raum beinhaltet, als auch eine Eigenständigkeit als Kunstwerk besitzt.

Kathrin Endres, Nina Hohberger und Lisa Reichmann waren überzeugt vom architektonischen
Konzept der Architektengemeinschaft Zimmermann, Dresden: ein zurückhaltender Bau umgeben
von einem verwilderten Obstgarten. Das Gebäude gliedert sich friedlich wie eine Oase in das
Stadtbild ein. Die Räumlichkeiten sind durch große Fenster mit Blick in den Garten hell und
freundlich. Der Kirchsaal ist durch sein buntes Fensterband in eine warme Atmosphäre der Andacht, Stille, Einkehr und Meditation gehüllt. Bei der Umsetzung hatten die jungen Künstlerinnen freie Hand und konnten ungehindert ihrem Empfinden folgend auf die Stimmung des Ortes eingehen, diese durch Gestaltung, Inhalt und Technik hervorheben. Die Inspiration der Künstlerinnen fußt auf dem Gedanken der Erlösung.
Das Format der Flechtarbeit beträgt 4 x 6 m und hängt mittig zum Altarpodest. Durch Verechten
von horizontalen und vertikalen Streifen entsteht eine Kreuzstruktur. Diese ist Bild und Bildträger
zugleich. Die horizontale Einteilung ist von einer perspektivisch konstruierten Treppe abgeleitet.
Den einzelnen Stufen liegen unterschiedliche Bindungsarten zugrunde. Diese sind aus der Weberei
übernommen. Dominierend ist die Farbe Weiß, welche in der christlichen Symbolik die Farbe der
Erlösung und der hohen Feste darstellt. Das Bild hat eine starke Präsenz, ordnet sich aber durch
die dezente Farbigkeit in den Kirchsaal ein. Die Größe ermöglicht ein gedankliches Versinken. Es
läd zu Andacht und Meditation ein.